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PV-Überschussladen

So lädst du mit Solarstrom über das PV-Überschussladen.

PV-Überschussladen ist eine Energiemanagement Funktion. Der Punkt ist, nur mit überschüssigem Solarstrom zu laden, der sonst ins Netz eingespeist würde. Für das PV-Überschussladen muss ein Zähler installiert sein.


Die Solar-Modi erklärt

Es gibt 2 Energiemanagement-Modi für das PV-Überschussladen:

  • Solar Only: Nur mit überschüssigem Solarstrom laden.

  • Smart Solar: Immer laden, und schneller laden, wenn mehr Solarüberschuss verfügbar ist.

Diese Modi sind gruppenbasiert, du findest sie also in den Standort-Einstellungen, nicht in den Einstellungen der Ladestation.

App

Gehe zu Overview. Drücke Load & Solar Balancing, um die Energiemanagement-Modi und -Einstellungen zu finden.

Webportal

Gehe zu Locations > View > Intelligentes Laden. Drücke Power Management. Drücke auf eine Gruppe, um ihren Energiemanagement-Modus zu ändern.

Erweiterte Einstellungen

Zusätzlicher Netzbezug (Solar Only)

Dein Auto braucht mindestens 6 A pro Phase zum Laden. In Solar Only wird also nur geladen, wenn mindestens 18 A Solarüberschuss verfügbar sind. Ist das nicht machbar, kannst du der Ladestation erlauben, etwas Strom aus dem Netz zu ziehen, damit das Laden rund läuft.

Diese Einstellung gilt als Summe der Leistung, die über alle Phasen gezogen werden darf.

Minimale Ladeschwelle (Smart Solar)

Standardmäßig bietet die Ladestation dem Auto in Smart Solar immer 6 A an. Ist das zu wenig, erhöhst du den Wert mit dieser Einstellung.

Wie funktioniert das PV-Überschussladen?

Es gibt 2 Hauptziele:

  1. Zum einen, keinen Strom aus dem Netz zu nutzen, um dein Auto zu laden.

  2. Zum einen, deinen Solarstrom nicht ins Netz einzuspeisen.

Wir nennen das "Netto-Null" oder "Null am Zähler". Kein Bezug und kein Überschuss.

Das erreichen wir, indem wir das Auto in den richtigen Momenten laden. Effektiv laden wir dein Auto nur, wenn du sonst Solarstrom ans Netz verloren hättest.

Warum wir keine Verbindung zu deinem Wechselrichter brauchen

Denk mal darüber nach: Wir müssen gar nicht wissen, wie viel Solarstrom du produzierst. Wir müssen nur wissen, wie viel Überschuss zurück ins Netz fließt. Und das sehen wir, indem wir einfach deine Hauptsicherung mit einem Zähler prüfen. Keine zusätzliche Messung nötig!

Beispiel (Solar-Only-Modus)

Nehmen wir also das Szenario aus unserem Lastmanagement-Artikel.

  • Maximaler Stromverbrauch deines Hauses (Hauptsicherung): 25 A

  • Maximale Ladegeschwindigkeit deines Autos (Auto-Limit): 16 A

  • Minimale Ladegeschwindigkeit deines Autos: 6 A

Der letzte Punkt ist ein wichtiger Faktor fürs PV-Überschussladen.

Stell dir vor, deine Solarmodule produzieren 10 A. In deinem Haus verbrauchst du gar nichts. Die 10 A fließen also direkt zurück ins Netz, das betrachten wir als "negativen" Verbrauch.

Die blaue Linie ist dein Stromverbrauch:

Aber das ist nicht realistisch. Du verbrauchst ständig irgendwo im Haus Strom, beim Kochen, beim Wäschewaschen usw. Und es ziehen ständig Wolken vor die Sonne. Es sieht also eher so aus, zwischen 8:20 und 8:40 beziehst du sogar Strom, statt Überschuss zu liefern:

Denk daran, das Ziel ist, keinen Strom aus dem Netz zu beziehen und und deinen Solarstrom nicht ins Netz einzuspeisen. Dein effektiver Verbrauch soll also null sein.

Anders gesagt: Liegt die blaue Linie unter 0 A, willst du laden, liegt sie über 0 A, willst du das Laden stoppen.

Das ist also das perfekte Szenario, in dem die Ladestation (grün) deinen gesamten Solarstrom (blau) perfekt einfängt:

Führen wir eine orange Linie für den effektiven Verbrauch ein. Wir sind die ganze Zeit bei 0 A, aber um 8:30 beziehst du Strom, das können wir nicht verhindern. Um diese Spitze auszugleichen, müsstest du zusätzlichen Strom für dein Zuhause erzeugen, etwa mit einer V2G-Ladestation oder einem Heimspeicher.

Die Einstellung Zusätzlicher Netzbezug

Leider ist das Szenario oben nicht möglich, denn das Auto kann nicht unter 6 A laden. Streng genommen sähe der Graph so aus, wenn wir unter 6 A das Laden stoppen:

Zwischen 8:15 und 9:00 produzieren wir weniger als 6 A Überschuss. Klar, wir produzieren etwas Überschuss, aber nicht genug, um das Auto zu laden, und dieser Überschuss geht jetzt ans Netz verloren.

Was können wir also tun? Zeit für die Einstellung Zusätzlicher Netzbezug. Indem wir Netzstrom in die Ladung mischen, können wir das Auto trotzdem laden. Zum Beispiel:

Beträgt der Überschuss nur 4 A, laden wir mit 6 A. Ja, du beziehst 2 A aus dem Netz, aber du verlierst wenigstens nicht die 4 A deines eigenen Solarstroms.

Du kannst herumprobieren und entscheiden, was für dich am besten passt. Hast du zum Beispiel nur 1 A Überschuss, lohnt es sich dann wirklich, 5 A extra aus dem Netz zu ziehen? Vielleicht wartest du besser auf einen größeren Überschuss.

Zurück zu unserem Szenario, wählen wir einen Mischmodus von maximal 33% Netzstrom, anders gesagt, wir ziehen nie mehr als 2 A aus dem Netz. Effektiv brauchst du damit 4 A Überschuss, um das Laden zu starten.

Viel besser!

  • Um 8:20 beziehen wir etwas Netzstrom, verlieren aber keinen Solarstrom.

  • Um 8:45 haben wir leider nur 3 A Überschuss, das reicht nicht, und wir lassen ihn zurück ins Netz fließen.

  • Später, um 9:00, beträgt der Überschuss 5 A, also laden wir mit 6 A und tauschen nur 1 A aus dem Netz ein. Ein guter Tausch!

Smart-Solar-Modus

Über einen Modus müssen wir noch sprechen: Smart Solar. In diesem Modus lädt die Ladestation immer mit mindestens 6 A, auch nachts. Ein angenehmer Modus, weil du nicht ständig ans Umschalten denken musst. Gab es tagsüber nicht genug Sonne, wird der Rest nachts geladen.

Gibt es mehr als 6 A Überschuss, etwa 8 A, erhöht die Ladestation ihre Geschwindigkeit natürlich auf 8 A, damit kein Solarstrom verloren geht. So sähe das aus:

Sind dir oder deinem Auto 6 A zu langsam? Erhöhe den Wert über die Einstellung Minimale Ladeschwelle.

Hat dies deine Frage beantwortet?